Friday, 7 May 2010 — 21:00h

live: LONELY HEART ATTACK BAND

at the Restaurant


Knirschende Gitarrenakkorde schneiden sich durch den rauchgeschwängerten Clubdunst und das einsetzende Schlagwerk lässt eher eine Kiste voll Bücher vermuten, die beim Umzug ärgerlicheweise in einem Moment der Unachtsamkeit die Treppen herunterp oltert. 

Und die Kiste poltert schnell, sodass alsbald ein Phänomen des rhythmischen Bewegungsdranges auftritt, man seine Schnürsenkel neu bindet, die Friese richtet, um bedacht seine visuellen Vorteile bei der Suche nach einem Tanzpartner aufzuwerten. Wer das nicht begriffen hat, darf am Rande der Tanzfläche stehend sein schales Bier schlürfen und neidisch den Mädchen zuschauen, welche in der ersten Reihe der Band mit großen Augen zuhören und zwischen den Songs nahezu hysterische Kreischanfälle bekommen. 
Wie sie nahezu zerschmelzen bei Stücken wie "I need you" (The Kinks) und "Why do I cry" (The Remains) oder gekonnt ihre weiblichen Formen in traumhafte Körperstellungen eines Tanzes einbinden, wenn Songs wie "Shot Down" (The Sonics) oder "Sorry" (The Easybeats) aus den Lautsprechern schreien. 

Zurück zum Ort des Geschehens: zur Bühne, zur Band. Denn für den Rest ist das Publikum selbst verantwortlich. Hier klopft die Bassdrum am Herzen der musikalischen Vorlieben für wilde, ruppige Rockmusik. Hier tropfen noch die Schweißperlen auf die Instrumente und kippen die Bierflaschen von alleine um. Und das Damals ist ebenso hier. Nicht perfekt rekonstruiert sondern richtig gefühlt. 

Selbst solch alte Hasen wie "Los Banditos" oder "Jancee Pornick Casino" konnten sich davon überzeugen, dass auch solche Jungspunde, wie sie hier vertreten sind, sich nahe am Puls der Ekstase aufhalten und das Publikum bis zur körperlichen Erschöpfung befördern. 
Ladies and Gentleman: Hier schreibt man Rock noch mit "ck" und Roll mit "doppel-l". Tanzt, flippt aus, schreit und schwitzt! Es wird darum gebeten.

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